Berlin im Mai

Nach nur drei Wochen hat es mich am vergangenen Wochenende spontan wieder nach Berlin verschlagen. Ein fehlerhaft eingetragener Termin machte es möglich, dass ich doch zum Camp 2011 Field Day erscheinen konnte, um mir nach knapp vier Jahren ein Bild vom Gelände des diesjährigen Chaos Communication Camp auf dem Luftfahrtmuseum Finowfurt zu machen.

Ich war erstaunt, dass etwa 50 Personen quer aus Europa zur Besichtigung des Geländes angereist waren. Teils mit langen Metermaßbändern, um die Aufstellfläche für ihr aufzubauendes Village abzumessen. Ganz groß dabei sind die Benelux-Hacker vom Hₓ² mit einer wahnsinnigen Planung.

Für die FabLab-Community hat sich ergeben, dass wir einen ganzen Shelter (Flugzeughangar) erhalten können, wenn wir es schaffen, diesen zu bespielen. Mein persönlicher Traum ist es, wenn diverse FabLabs ihre Produktionsmaschinen, Werkzeuge und Bastelkrams mitbringen und wir in dem Shelter für die Zeit des Camps ein voll funktionsfähiges FabLab aufbauen können. Damit hätte jeder die Möglichkeit, auf die Schnelle etwas zu produzieren, was genau in diesem Moment auf dem Camp fehlt. Das heißt aber auch, dass die diversen FabLabs dazu organisiert werden müssen. Und das binnen der nächsten zwei Wochen, um eine Aussage zu treffen, ob wir den Shelter mit Workshops bespielt kriegen.

Берлин 50km in Finowfurt

Ob ich die Zeit dazu finde, ist fraglich. Denn vor dem Camp Field Day hatte ich die Chance, ein Gespräch mit Henrik Beggren zu führen. Henrik hat vor knapp einem halben Jahr mit mehreren schwedischen Bekannten die Plattform Readmill gegründet. Da ein Start-Up in Stockholm seiner Aussage nach wenig Chancen hat, zog er im März nach Berlin. Hinzu kommt, dass seine Vergangenheit bei SoundCloud liegt, die ebenso von Stockholm nach Berlin zogen und inzwischen einen recht guten Stand in ihrem Sektor der Online Audio Platform haben. Meinen ersten Kontakt mit Henrik hatte ich erst drei Tage vor unserem Treffen – wobei wir feststellen mussten, dass wir uns bereits auf einem Chaos Communication Congress über den Weg gelaufen sind, aber kein Wort miteinander gewechselt hatten. Aus unserem geplanten einstündigen Gespräch wurden zweieinhalb Stunden, die viel zu schnell vergingen. Mit dem Ergebnis, dass ich bereits am 16. Mai für zwei “Probearbeitswochen” nach Berlin gehen werde, um mir das Projekt anzuschauen und aktuell offene Lücken im Team zu füllen. Selbst die Suche nach einer Wohnung zur Untermiete für den Zeitraum hat sich binnen eines Tages geklärt. Es fühlt sich gerade an wie ein Traum und die ganze Situation muss noch ein wenig in mir sacken. Updates werden mit Sicherheit folgen.

Mir fällt dazu nur ein Zitat vom Schriftsteller Hermann Hesse ein

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

So kam es sehr gut gelegen, dass ich den Samstagabend zuerst mit vielen alten Bekannten am Grill in der c-base und später bei elektronischen Klängen von Mumpi ausklingen lassen konnte.