[28C3] Tag 4

Zurückblickend betrachtet habe ich es an keinem der sechs Tage (-1 bis 4) geschafft, vor 15 Uhr am bcc zu sein. Bei meiner Ankunft wurden bereits die ersten Bereiche zusammengeräumt, um das Gebäude in der Nacht wieder zurück zu geben. Die Kasse war schon geschlossen und die Kassentische wurden für den Abtransport auseinander genommen. Im Haus war noch ein buntes treiben, da einige interessante Veranstaltungen zum Ende gelegt wurden. Dennoch verabschiedeten sich viele Teilnehmer, um einen frühen Zug zu erwischen.

Zur Entspannung ging ich wieder in den Hardware Hacking Bereich, um ein LoL-Shield zu löten. LoL steht hierbei für Lots-of-LEDs. Ein Shield ist eine Steckplatine für einen Arduino Mikrokontroller, um Eingabe- oder Ausgabeelemente mit der CPU zu verbinden. Das Shield wird in Sandwichbauweise auf den Arduino drauf gesteckt. Da ich das LoL-Shield als Geschenk erhielt, war der Hardware Hacking Raum eine optimale Gelegenheit, um zum einen die vorhandenen Lötkolben zu nutzen und zum anderen, um mir vor Ort noch einen Arduino zuzulegen, der eh schon länger auf meiner Einkaufsliste stand.

Von Jimmie P. Rodgers unter der Lizenz CC-BY-NC-SA

Es sieht nicht nach viel aus, doch an den 126 LEDs habe ich gute 1½ Stunden rumgelötet. Im Hintergrund machte Fabiennes Strickmaschine ein beruhigendes, gleichmäßiges Geräusch und am Tisch wurden ein paar Gespräche zur Netzpolitik geführt. Löten ist eine wunderbare Nebenbeschäftigung für Gespräche! Ein kurzer Funktionstest zum Ende erfreute mich sehr, da ich beim Löten keinen einzigen Fehler machte und alle LEDs wunderschön aufleuchteten.

Und dann kam der große 28C3 Abbau: Stück für Stück wurden Räume geleert, bis fast nur noch der große Saal mit der Abschlussveranstaltung und das Hackcenter übrig blieben. Doch auch dort wurde nach dem Ende der Abschlussveranstaltung das Licht eingeschaltet und die Plätze geräumt. Nun ging es darum Kilometer von Kabeln zusammenzurollen und in Kisten zu verstauen, wo sie beim nächsten CCC-Event wieder eingesetzt werden. Und natürlich das ganze andere Material, was sich inzwischen bei der CCCV GmbH angesammelt hat, wie Lichtelemente für angenehmeres Licht, Switches, Küchenmaterial, Rechner, Kassen, Drucker usw. Die Couches mussten wieder auf einen LKW verpackt werden, um woanders zum Einsatz oder in die Presse zu kommen.

Binnen fünf Stunden vom Ende der Abschlussveranstaltung bis zum letzten abtransportieren Gerät war das bcc leergefegt. Ein neuer Rekord!

Doch so lange blieb ich nicht, denn in der c-base war eine After-Party angesagt. Dort angekommen fühlte ich mich aufgrund geschlossener Lüftungstüren in einer Sauna wieder. Den ein bis zwei Personen hinter der Theke konnte man beim Laufen die Schuhe besohlen, was durch die Bestellung von vielen Cocktails nicht beschleunigt wurde. Dass ich für Flaschengetränke 15min Wartezeit habe, ist echt nicht normal gewesen. Beim Frischeluftschnappen mit towo vor der Tür überkam uns beim Anblick der Warteschlange ein kleiner Schrecken. Wir entschieden uns erstmal für ein paar Stunden im CCCB zurückzuziehen, wo wir beim Ausräumen von Congressmaterial aus Fahrzeugen mithelfen konnten.

Später in der Nacht war die c-base wieder angenehm, wenn auch die Musik nicht so ganz stimmte, aber viele Nerds hüpften rum und so fühlte sich der DJ bestätigt. Noch viel später wurde die Twitterwall durch das Dokuvideo vom Chaos Communication Camp ersetzt, was im Hintergrund an einen sehr schönen Sommer erinnerte. Dazu waren einige Freunde anwesend, die ich im Laufe des Jahres sehr lieb gewonnen habe, wodurch die Nacht lang und angenehm wurde.