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Magnetfinger

Vor einem Jahr habe ich mir einen kleinen Magneten im Finger einsetzen lassen. In meinem Bekanntenkreis ist das nichts besonderes mehr. So als kleine Spielerei mit Büroklammern für zwischendurch, zum Anheben von Elektronik-Bauteilen oder auch zum Spüren von elektromagnetischen Feldern. Letzteres hat mich als Funkamateur am meisten fasziniert.

Über die Motivation, die Implantation und die kleinen Freuden im Alltag habe ich bereits zu der Veranstaltung mrmcd im letzten September einen halbstündigen Vortrag gehalten. Da dürften auch die meisten Fragen zu Magnetimplantaten geklärt werden. Wer lieber lesen mag, kann sich in Jannis Artikel zu seinem Magnetfinger informieren.

 

Bin ich ein Cyborg?

Von Zeit zu Zeit werde ich gefragt, ob ich ein Cyborg sei. Das ist schwierig zu beantworten. Schließlich besitze ich weder mit Aktoren ausgestattetes Implantat noch Prothese. Es sind keine Sensoren mit meinen Nerven direkt verbunden.

Und dennoch schlummert da ein Magnet in einer Narbentasche in meinem Finger, der bei Erregung durch ein (elektro)magnetisches Feld meine Nerven anstubst und somit mein Gehirn über das Feld informiert. Das sehe ich als einen zusätzlichen Sinn.

Außerdem habe ich mich willentlich einem Eingriff unterzogen, um mir diesen zusätzlichen Sinn für (elektro)magnetische Felder anzueignen. Jedoch bin ich damit weit weg von einem kybernetischem Organismus.

Es ist mehr ein “passiver Cyborg der niedrigsten Stufe”. Eine Vorabform von dem, was in Zukunft kommen mag. Und auf diese bin ich sehr gespannt. Ich freue mich auf zukünftige Methoden, mittels Sensoren und direkten Anschlüssen an Nervenfasern weitere Sinne mit dem Körper zu erschließen. Der erste Eingriff wurde gemacht. Mal schauen, wann der nächste kommt.